Mikrodrohnen Abwehrsystem (MIDRAS)

Ziele des Projekts MIDRAS: wenn es gelingt, auch „nicht-kooperative“ Drohnen rechtzeitig zu erkennen und mit geeigneten Mitteln sicher aus den Luftraum zu entfernen, wird die Betriebssicherheit für alle Drohnen­anwendungen nachhaltig erhöht und auch dem allgemeinen Sicherheits­bedürfnis der zivilen Gesellschaft Rechnung getragen. Die TH Brandenburg sieht ihren eigenen Forschungsschwerpunkt in der „interdisziplinären Sicherheitsforschung“. Daher haben sich die beiden Fachbereiche Technik und Informatik und Medien der Forschung und Entwicklung von technischen Lösungen dieser Problemlage angenommen. Unter der Koordination des Fachbereichs Technik ist es gelungen geeignete Fördermittel bei dem BMBF für das vorgeschlagene Projekt MIDRAS einzuwerben.

Das Projekt MIDRAS wird daher vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmenprogramm der Bundesregierung "Forschung für die zivile Sicherheit" umfassenden Sicherheitslösungen (BMBF Sicherheitsfor­schung 2015) gefördert und will im Zeitraum 5/2017 bis 4/2020 einen Demonstrator für die automatisierte Detektion und die Abwehr „nicht-kooperativer“ Drohnen entwickeln (BMBF 2017).

Der Koordinator des Projektkonsortiums ist die Firma ESG (ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH 2018). Diese besitzt bereits ein Drohnenabwehrsystem, welches sich im Einsatz während des G7-Gipfels 2015 in Elmau, während des Besuchs von US-Präsident Barack Obama auf der Hannover Messe 2016 und zuletzt während des G20-Gipfels in Hamburg im Juli 2017 bewährt hatte (ESG Defense and Public Security 2018). Die ESG wird im Projekt ein geeignetes Führungsleitsystem für die Einsatzkräfte vor Ort bereitstellen und die Arbeitsergebnisse der Projektpartner integrieren.

Das Fraunhofer HHI entwickelt massiv-MIMO-Antennen. Diese werden im Projektrahmen für die räumliche Detektion von Mikro-Drohnen wie auch für die gezielte Störung eingesetzt (Fraunhofer Heinrich Herz Institut 2018).

Die Firma OptoPrecision entwickelt für das Projekt ein elektrooptisches System. Mit diesem und weiteren Sensoren sollen automatisierte Flugobjekte detektiert, identifiziert und klassifiziert werden (OptoPrecision Security Systems GmbH 2017).

Die Technische Hochschule Brandenburg entwickelt eine akustische Kamera (passives SONAR) und einen Sensor für eine aktive akustische Überwachung des Luftraums. Neben der IT-Integration der verfügbaren Sensorik durch moderne Methoden der Sensorfusion soll die Trajektorie der „nicht-kooperativen“ Drohne vorhergesagt werden. Auch werden künftige Nutzer des Gesamtsystems für erste Tests des Demonstrators geschult.

Die Universität Würzburg entwickelt zwei autonome Drohnen mit einem Drohnenfangnetz. An einem berechneten Abfangpunkt fängt das MIDRAS-System die feindliche Drohne ein und bringt sie aus dem geschützten Bereich heraus. Der Vorteil zu anderen Abwehrmaßnahmen besteht darin, dass die Drohne oder ihre Teile nicht abstürzen und daher keinen Schaden im zu schützenden Bereich verursachen (Montenegro, Sergio: Online-Magazin 2018).

Das European Aviation Security Center e. V. (EASC e. V. 2019) entwickelt die Testszenarien und untersucht juristische Aspekte im Rahmen seiner Begleitforschung.

Zur Sicherstellung der praxisorientierten Forschung und Entwicklung sollen die folgenden assoziierten Partner das Projekt aktiv begleiten:

  • Das Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Magdeburg,
  • Das Bundeskriminalamt, Wiesbaden
  • Die Vereinigung Cockpit e. V, Frankfurt

Die drei assoziierten Partner können zielgruppenspezifische Anforderungen an den Demonstrator einbringen und sind daher für den Gesamterfolg des Projektes von großer Bedeutung.

Print this pageDownload this page as PDF